Eintrag vom 29.12.2003 / 13:05 Mal wieder zum ProzeßWie simpel diese Intellektuellen sind! Immer wieder lese ich neue Kommentare zur versuchten Imkrimination der Wellen. Nun also auch Frau Löffler, die sich in einem Interview dahingehend ausläßt, sie meine s c h o n, ich hätte für das Buch mit einem „Skandal“ geflirtet. Was für ein Unsinn! Und wie kurz gedacht! Die Leute scheinen weder tiefe Gefühle zu haben, noch sich darüber klarzusein, was eigentlich Kunst ist. Rühle etwa spricht in der Süddeutschen den SchlachterSatz aus, ich hätte die Klage führende Dame „verwurstet“. Welch eine Sprache sich mancher gedeihen läßt... Allenthalben Halbwissen, vielleicht auch nur Halbbildung, allenthalben wird geschwätzt und geschwatzt, und jeder, der die Wellen kennt, weiß sofort: Die Leute haben das Buch gar nicht gelesen, sondern onanieren mit der Fama. Es geht ihnen auch nicht um „die Sache“, sondern sie mögen gern auf Seiten der Macht stehen, die sie ja teils auch haben... also möchten sie stehen b l e i b e n. Man kann so etwas durchaus Gleichschaltung nennen. Ausnahme war bislang Uwe Wittstock, doch, das läßt mich ihn ehren. Er mag das Buch nicht, findet es mißlungen, aber scheidet sehr genau zwischen seinem Geschmack und dem juridischen Fall, um den es geht. Ich muß ihm demzufolge einige Abbitte leisten, innerlich, lach.
Und eine ziemlich schale Erwägung: Wäre etwa Marcel Beyer in solch einen Fall verwickelt, der Blätterwald rauschte a n d e r s....
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