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Eintrag vom 30.12.2003 / 14:43
Reisenotizen, vermischt, Dezember 2003

1) Bamberg

abends
Blick aus dem Caf? ins Gesch?ft gegen?ber. Wie seltsam dickleibige Glatzk?pfe aussehen, die einen schwarzen Knebelbart tragen! Ohnedies: Glatzen und B?rte...

9.50
Morgenspaziergang. Durchblicke auf G??chen, sehr alte Pflasterung... und dann die m?chtigen Kirchenbauten. Welch ein Pracht an R a u m vor dem Dom! Immer ist es die Differenz, die Strahlung ausmacht: G??chen und Riesenplatz, beides aufeinander so innig wie drohend wie begeisternd bezogen.
Kunigunde & Heinrich. Mein innerer Synkretismus gew?hnt es sich fast wie ein Bed?rfnis an, aus jeder Religion ein St?ckchen mir anzueignen. Wie ich nun fast immer Steinchen auf Gr?ber lege, beginne ich neuerdings, Opferkerzen zu spenden, also zu entz?nden. Und ertappte mich eben dabei, da? ich gar nicht wu?te, f?r wen... wirklich etwas nachdenken mu?te.
Heller, gelbgrauer Sandstein. Und dann wieder: Dieser T o n !!!: HINEINGEHEN UND BESICHTIGEN SIND ZU UNTERLASSEN - Vor die Nagelkapelle angebracht. Befehlsn?gel.

Blick vom kahlen Rosengarten auf die roten D?cher der Stadt. Oben, auf der Anh?he, das Kloster.


2)
Manchen Frauen, vor allem devoten, bricht beim Sex das Gesicht auseinander.


3) M?nchen

Blick aus den Scheiben des ICEs. In der Abendd?mmerung steht ein Max-Ernst-Mond ganz dicht ?ber Leipzigs H?usern. Ich lese Lobo Antunes und denke: Welche Metaphern sollen einem denn noch einfallen, die dieser Sprachriese nicht schon erfunden und gebraucht h?tte?!

Neue Formen des Lachens: Eine junge Frau liest vom Display ihres Handy?s auf, kichert, tippt, kichert weiter, wartet, liest, lacht auf... ? Wie die Technologie das Leben ver?ndert... und es eben nicht nur entfremdet, sondern auch zu sich bringt.

Wie sich das Lesen von B?chern aufs Lesen von Zeitschriften verschoben hat. Und komische Informationen, die man aus Gespr?chen nebenbei mitbekommt und die einen weder interessieren noch tangieren; trotzdem wird man sie nie wieder los. Etwa diese: da? 4000-qm-Kneipen in M?nchen keine Chance haben und auch nie eine gehabt h?tten. Was tut man mit solcher ?Erkenntnis?, wenn man sie nicht vergessen kann? (Im DODICI geh?rt)

4) Frankfurt am Main

Im ICE. Es gibt Frauen, die nach Hamburg a u s s e h e n, also Frauen, denen die Stadt, in der sie leben, Gesicht & Haltung ebenso gepr?gt hat, wie das bisweilen Haustieren bei ihren Herrchen gelingt. Grauget?ntes Haar, ziemlich edle Schminke, visagistisch sozusagen, roter Schal (Shawl!!) lockersteif um die dunkle Pelerine des Mantels geschlungen, der an den ?rmeln gr?n aufgeworfene Stulpen hat. Bordeauxfarbene Stiefeletten, deren Sch?fte in die Beine der R?hrenjeans lugen, ohne dabei auch nur den Vorschein von Indiskretion verstr?men zu lassen... nein, ?verstr?men? ist begrifflich zu dick... eben.




 

 
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