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Eintrag vom 13.03.2004 / 18:20
Wieder einmal die Wellen

(http://www.aachener-zeitung.de/sixcms/detail.php?id=299158&_wo=News:Wirtschaft&_wobild=menue_news.gif&template=detail_standard_azan) ___ :

Nun läßt sich abermals Sigrid Löffler zu meinem und zu Billers �Fall� aus - wobei allein schon die Zusammenrückung unserer beider Namen nach Differenz schreit, aber das kriegt die Kritik halt nicht mit. Und jubelt. Es ist nicht zu fassen� Man gewinnt als unvoreingenommener Betrachter, der ich, nämlich aus Selbstschutz, notwendigerweise bin, den irrsinnigen Eindruck, es habe allerdringendster Grund bestanden, eine unbotmäßig gewordene, prügelnd durch die Straßen grölende Literatur endlich in ihre Schranken zu weisen. Als wäre s i e Schuld an dem Unheil der Welt, ja habe den tiefreichendsten Einfluß auf sie. Etwa auf die Wohnungsnot, um nicht zu sagen: Irgendwie hat sie (hab ich/hat mein Buch) auch in Madrid die Hand im Spiel. Sowas muß man an die Kandare nehmen, das ist wahr. An jeder Straßenecke bedroht uns die Dichtung. Sowieso wird unterdessen fast alles von ihr bestimmt, jedes Wohnzimmer ist davon voll, jede Litfaßsäule, jedes Radioprogramm. Dagegen muß, ich verstehe das gut, etwas getan, da muß mal hart durchgegriffen werden. Also findet Frau Löffler, die offenbar das Buch nicht kennt, da sie kein Wort über ihr Medium � Literatur � verliert, die Klage völlig berechtigt. Und gestern abend, auf einem Salon, fand ebenfalls der Literaturagent H., daß ich zu weit gegangen sei� was ihn nicht davon abhielt zuzugeben, daß auch er das Buch nicht gelesen habe.
Doch wird es noch toller: Der Staatsdichter Chrisoph Hein verglich meine Arbeit mit der �Tätigkeit� eines Vergewaltigers. Auch er fand es nicht nötig, ins Buch auch nur hineinzusehen. Übrigens war er im PEN mein Präsident. Bei einem vergleichbaren Fall in Uganda hätte mein Literatur-Club ausgesprochen aufgeschrieben. Statt dessen nimmt Freund Hein lobende Politikerreden entgegen, das macht ihm gar nichts aus, daß von denen mancher für die Abschiebung von vom Tode bedrohten Ausländern ist. Nomen est halt omen. Überhaupt finden erstaunlich viele Kollegen, es werde mal wieder Zeit für Beschränkung. �Wir haben doch alle unsere Schere im Kopf�, soll der Herr Agent H. gesagt haben gestern. Und es hat ganz sicher ein wenig nach Aufatmen geklungen.

�Bitte wähle deine Themen jetzt sorgsam�, warnte mich gestern ein Freund. �Bei dir sehen die jetzt ganz genau hin.� Da kommt man sich plötzlich vor wie Kofi Annan.





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